Wie funktioniert ein Umsonst & Draußen-Festival?

Wutzrock kostet keinen Eintritt. Kostenlos ist ein Festival dieser Größe trotzdem nicht. Bühnen, Technik, Strom, Wasser, Toiletten, Sicherheit und vieles mehr müssen bezahlt und organisiert werden.

Der Grundgedanke dahinter ist seit 1979 derselbe: Kultur von unten, für alle und von allen. Wutzrock soll ein selbstorganisierter Ort sein, an dem Kultur nicht vom Geldbeutel abhängt. Das Festival verfolgt kein kommerzielles Interesse. Was Wutzrock einnimmt, fließt wieder ins Festival und schafft die Grundlage dafür, dass es auch im nächsten Jahr stattfinden kann.

Die Organisator:innen und Helfer:innen, die Wutzrock vorbereiten und während der Festivalwoche mit anpacken, arbeiten freiwillig und unbezahlt. Sie bringen ihre Zeit, ihr Wissen und ziemlich viel Energie ein, weil ihnen dieses Festival wichtig ist.

Wie finanziert sich Wutzrock?

Die wichtigste Einnahmequelle ist der Getränkeverkauf.

Besucher:innen, die ihre Getränke bei Wutzrock kaufen, tragen damit direkt zur Finanzierung des Festivals bei. Deshalb dürfen keine mitgebrachten Getränke mit auf die Festivalwiese genommen werden. Auf den Zeltplätzen dürft ihr eigene Getränke konsumieren, Glasflaschen sind dort allerdings nicht erlaubt.

Weitere Einnahmen kommen durch die Standmieten von Händler:innen und Betreiber:innen der Essensstände, durch Sponsor:innen, den Verkauf von Wutzrock-Merch, die Parkplatzgebühr und Spenden zusammen. Auch wenn ihr beim Getränkekauf aufrundet, unterstützt ihr das Festival.

Viele Künstler:innen unterstützen den Gedanken eines eintrittsfreien Festivals und kommen uns bei ihren Gagen entgegen. Einige Firmen stellen Ausrüstung oder Leistungen günstiger oder kostenlos zur Verfügung. Trotzdem bleibt jedes Wutzrock eine finanzielle Herausforderung. Viele Ausgaben stehen lange vor dem Festival fest, während sich die tatsächlichen Einnahmen kaum verlässlich planen lassen.

Selbstorganisiert und freiwillig

Ein fester Kreis von etwa 30 bis 40 Organisator:innen arbeitet das ganze Jahr über am nächsten Wutzrock. In regelmäßigen Treffen wird geplant, diskutiert, verworfen und gemeinsam entschieden. Vieles passiert zusätzlich in einzelnen Arbeitsbereichen: beim Booking, in der Bühnentechnik, beim Catering, in der Öffentlichkeitsarbeit, bei Sicherheit und Awareness, beim Kinderfest oder bei der Strom- und Wasserversorgung.

Während des Aufbaus, am Festivalwochenende und beim Abbau wächst die Zahl auf rund 350 Helfer:innen. Ohne sie wäre ein dreitägiges Festival dieser Größe nicht möglich. Einige Helfer:innen bauen Zelte und Zäune auf. Andere stehen am Getränketresen, kochen in der Festival-Küche, betreuen Künstler:innen oder sorgen dafür, dass das Gelände sauber und sicher bleibt. Für viele Aufgaben braucht es keine Vorkenntnisse. In anderen Bereichen übernehmen dafür ausgebildete Kolleg:innen die Verantwortung.

Einige sind das ganze Jahr dabei, andere helfen für ein paar Tage oder übernehmen eine einzelne Schicht. Auch das gehört zu Wutzrock: Neues ausprobieren, voneinander lernen und dabei Fehler machen dürfen.

Politisch und unabhängig

Wutzrock ist seit 1979 ein politisches und von Parteien unabhängiges Festival. Es ist solidarisch, antifaschistisch und gegen Sexismus. Wir wollen einen gewaltfreien Ort schaffen, an dem alle gleichberechtigt teilhaben und so sein können, wie sie sind. Dazu gehören gegenseitiger Respekt, eine offene Diskussionskultur und eine klare Haltung gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung.

Wutzrock ist ein Ort für Musik und politische Bildung, für Begegnungen und gemeinsames Ausprobieren – vor, auf und hinter den Bühnen. Dieser Ort entsteht nicht von allein. Organisator:innen planen, Helfer:innen packen an und Besucher:innen unterstützen das Festival durch den Kauf von Getränken und Merch, die Parkplatzgebühr oder eine Spende.

Wer die Grundsätze von Wutzrock teilt und mitmachen möchte, findet auf unserer Seite „Mithelfen“ eine Übersicht der verschiedenen Bereiche. Ihr könnt uns auch unter mithelfen@wutzrock.de schreiben.

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