Wir müssen laut sein gegen Nazis

Artwork by Crexmaniak

Wir wollen eine tolerante Gesellschaft, in der die Menschen gleichberechtigt und respektvoll miteinander umgehen. Die Hautfarbe, geografische Herkunft oder sexuelle Orientierung eines Menschen sind für uns keine Bedrohung. Wir haben keine Angst. Wir sind gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Wir sind gegen Antisemitismus und menschenverachtende Hetze. Wir sind gegen Hass und Gewalt.

Wir wollen es nicht mehr hören, dieses hetzerisch geröhrte „Wir sind das Volk“ der sogenannten Wutbürger, die doch eigentlich nur Nazis sind. Sie stehen am Straßenrand und beklatschen in Chemnitz die Sturmabteilungen der Neonazis und Hools, die wahllos Menschen attackieren, die sie als nicht-deutsch wahrnehmen. Das ist ein furchterregender Mob, der sich da zusammenrottet. Eine Trauerkundgebung, die beinahe in einem Pogrom endet. „Ihr seid nicht das Volk!“ rufen wir zurück. Wer mit Nazis mitläuft, ist selbst eine*r.

In beängstigend kurzer Zeit konnten die Nazis ihre Horden bundesweit nach Chemnitz bewegen. Ihr Hass, ihre Gewalt und ihre Menschenverachtung treffen offenbar genau die Stimmung vieler Hutbürger aus Sachsen und Umgebung. Die sozialpsychologische Erklärung für eine solche Barbarei ist, dass Rechtsextremismus in Sachsen lange ignoriert wurde. Wir wissen: Nicht nur in Sachsen. Fast auf den Tag genau vor 26 Jahren hat ein ebensolcher Mob wie in Sachsen die Aufnahmestelle für Asylbewerber und ein Ausländer-Wohnheim in Rostock-Lichtenhagen in Brand gesetzt. Die Polizei schaute weg, die Bewohner im brennenden Haus blieben sich selbst überlassen und der Mob applaudierte.

Wir müssen laut sein gegen Nazis. Wir dürfen ihnen keinen Raum geben. Wir müssen uns stark machen gegen Rassismus, gegen Rechtspopulismus und für Respekt und Solidarität. Überlasst den Rechten nicht den öffentlichen Raum. Sie sind wenige, wir sind viele.

Wir sind mehr!

Wir sind sogar mehr, und wir sind nicht leise. Deshalb wollen Kraftklub in ihrer Heimatstadt Chemnitz ein Zeichen setzen gegen Rassismus und rechte Hetze. Zusammen mit Feine Sahne Fischfilet, Materia, Casper, Trettmann und den Toten Hosen spielen sie live am Montag, den 3. September ab 17 Uhr umsonst und draußen am Karl-Marx-Kopf. „Rock am Kopp“, ein Konzert für Menschlichkeit und um eindeutig zu zeigen: #wirsindmehr

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